2004 Wenn das Eis schmilzt…

Eigenproduktion

Regie: Hänel; Birgmeier, Strube

Im vergangenen Jahr hat sich das Studententheater mit einer Adaption von Gombrowicz‘ „Yvonne“ den Fallstricken des performativen Dauergeredes unserer„Plappergesellschaft“ gestellt. Die neue Produktion mit dem Titel „Wenn das Eis schmilzt…“ umkreist die Frage, wie sich Menschen verhalten, sobald sich ihnen die Welt aufzulösen beginnt. Sehnsüchte, Hoffnungen, Programme und Ideologien zerrinnen, je stärker man auf ihnen beharrt, je verbissener man sich an sie klammert – bis zu katastrophalen Folgen. Woran kann man sich festhalten, wenn das eigene Ich, die Beziehungen zu anderen, die Orientierungspunkte in der Welt zu verschwinden drohen? „Warum sich gegen die allgemeine Entwicklung stemmen?“ fragt am Ende resignativ Botho Strauß‘ Lotte in der Szenenfolge „ Groß und klein“. „Ein Widerstand um jeden Preis“, gibt Dürrenmats Romulus im Angesicht der Katastrophe zu bedenken, „ist das Sinnloseste, was es geben kann.“ „Es kommt darauf an, sich am eigenen Haar in die Höhe zu ziehen“, postuliert dagegen Marat Euphorisch in Peter Weiss‘ Revolutionsstück. Der Lustmensch de Sade kann da nur zynisch entgegnen: „Ich pfeife auf alle guten Absichten, die sich nur in Sackgassen verlieren. Ich glaube nur an mich selbst.“ „Nein, wenn der Karren mal im Dreck steckt, den zeig mir, der ihn wieder rauszieht, was die Beziehung zwischen Menschen anbetrifft“, verzweifelt Petra von Kant in Fassbinders heutigem Frauenportrait. So begegnen sich – wie auf einer imaginären Schaubühne – Figuren, Haltungen und Einstellungen über die Jahrhunderte hinweg. Ein Wettstreit um Positionen, ausgetragen in einer rasanten und sinnlichen Text-Bilder-Bewegungsorgie, aus der der Zuschauer keine einfachen Schlüsse wird ziehen können…

Ensemble

  • Tamara Fuchs
  • Graciette Justo
  • Maike Kretzer
  • Bettina Damaris Lange
  • Jens Magersuppe
  • Carmen Muntean
  • Juliane Oestreich
  • Alexander Pluquett
  • Tina Anne Schütz
  • Dirk Steinhaus
  • Tim Ullrich
  • Julia Wöllenstein
  • Nadine Zednik

Co-Regie

  • Ulrike Birgmeier
  • Markus Strube

Regie

  • Volker Hänel

Presse

 

 

Szenenfotos