2016 #ICHbinICHbinICH

Eigenproduktion

Regie: Volker Hänel

Und wieder hat das THEATER DER UNIVERSITÄT KASSEL
prekäre Erscheinungen des Zeitgeistes ausgemacht, um sie in theatraler Form
zu befragen.
Am 3. Juni zeigt es zum ersten Mal seinen „satirischen Trip ins Labyrinth
der Ich-linge und des Selbstoptimierungswahns“
, denn seit einiger Zeit
scheinen sich die Hinweise einer zunehmend bornierten Ich-Bezogenheit in
den analogen und digitalen Medien zu mehren.

Da konnten auch die Spielerinnen und Spieler nur konstatieren:
Ich habe es nicht leicht – nein, falsch, das ICH hat es nicht leicht heutzutage:
Pflicht zur Selbstoptimierung, digitale Imagepflege, Zwang zur Identifikation
mit dem Job – und all das, obwohl postmoderne Theoretiker das Subjekt doch
längst abgeschafft haben: Wer ICH sagt, lügt schon.
Aber Faktum bleibt offenbar: Die ICH-linge geben den Ton an. Ihre unüberhörbaren Fragen, vor denen niemand mehr sicher scheint: Wie kann ich mich vor den anderen hervorheben? Das Beste zu meinen Gunsten aus allem herausholen?
Die anderen überholen? Wie muss ich mich präsentieren, um den anderen zu gefallen? Wie kann ich mich selbst optimieren? Wie werde ich erfolgreich? –
Und ihre Einsicht: Wer nicht Aufmerksamkeit auf sich zu lenken weiß, existiert
nicht. Die Basis des Selbstbewusstseins im digitalen Zeitalter:
„iPhone, also bin ich.“

Das Ensemble führt den Zuschauer in pointierender und amüsanter Weise von
den Ritualen einer egomanen Kleinkind-Erziehung über die grassierenden Lebensberatungsversprechungen und Achtsamkeitsübungen hin zu den inflationären Self-Tracking-Angeboten und lässt ihn am aktuellen Höhepunkt
narzisstischer Selbstverliebtheit, einer Internet-angeleiteten Selbst-Hochzeit,
teilnehmen. Es fordert den Zuschauer augenzwinkernd auf:
„Teste und vermesse dich selbst!“

THEATER DER UNIVERSITÄT KASSEL

Im Kulturhaus der Stadt Kassel Dock 4, Studiobühne Deck 1

Premiere: 03. Juni 2016, 19:30 Uhr
Weitere Vorstellungen:
04., 18., 21., 29. Juni und 02. Juli, jeweils 19:30

Presse: #ICH bin ICH bin ICH

Quelle HNA vom 06.06.2016 (Bild zum vergrößern anklicken)
Quelle: KulturMagazin Juli 2016 (Bild zum vergrößern anklicken)

 

Szenenfotos